THG-Quote verkaufen – Was bedeutet das?

Oktober 1, 2022
Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verwendung nachhaltiger Ressourcen zu fördern und den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Eines der dafür eingesetzten Instrumente ist die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote), die angibt, um wieviel Prozent die Emissionen verringert werden müssen.

THG-Quote verkaufen – Was bedeutet das?

Oktober 1, 2022
Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verwendung nachhaltiger Ressourcen zu fördern und den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Eines der dafür eingesetzten Instrumente ist die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote), die angibt, um wieviel Prozent die Emissionen verringert werden müssen.

Im Jahr 2022 liegt die Quote bei sieben Prozent, bis 2030 wird sie schrittweise auf 25 Prozent steigen.

Für Produzenten und Inverkehrbringer von Treibstoffen bedeutet das: Sie müssen sicherstellen, dass durch die Verwendung ihrer Produkte weniger CO² ausgestoßen wird als zuvor. Wenn ein Unternehmen die Vorgaben nicht einhalten kann, kann es Emissions-Zertifikate kaufen und seiner Verpflichtung zum Klimaschutz dadurch nachkommen. An dieser Stelle kommst du als Halter eines Elektro-Autos ins Spiel, da du mit dem umweltfreundlichen Pkw Treibhausgase einsparst und damit am Quotenhandel teilnehmen kannst. Wie das genau funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet THG-Quote verkaufen?

Über die Quote verkaufst du die Emissionen, die du durch die Nutzung Deines E-Autos vermieden hast. Mineralölunternehmen können diese Verschmutzungsrechte am Quotenmarkt erwerben, um den Auflagen zur Verringerung des CO²-Ausstoßes gerecht zu werden. Du verkaufst also kein physisches Objekt, sondern einen immateriellen Wert.

Warum solltest du deine THG-Quote verkaufen?

Da die Bundesregierung zur Erreichung der Klimaziele nicht nur Treibhausgase verringern, sondern gleichzeitig erneuerbare Energien fördern will, kannst du seit Anfang 2022 eine Prämie für dein E-Auto erhalten. Du bekommst durch den Verkauf deiner Quote bares Geld, weshalb es sich lohnt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Andernfalls würde deine Prämie ungenutzt verfallen.

Wer kann seine THG-Quote verkaufen?

Du kannst deine Quote verkaufen, wenn du Halter eines Elektro-Autos bist oder eine geschäftliche Fahrzeugflotte aus E-Fahrzeugen betreibst. Die Prämie kannst du also sowohl als Privatperson wie auch als Unternehmer bekommen. Zum Quotenhandel sind außerdem Motorräder und einige Leichtkrafträder mit Elektroantrieb zugelassen.

Voraussetzungen für den Verkauf der THG-Quote

Die erste Voraussetzung besteht darin, dass du den Fahrzeugschein beziehungsweise Teil I der Zulassungsbescheinigung benötigst. Wichtig ist, dass du auf diesem Dokument als Halter vermerkt bist. Du kannst den Fahrzeugschein entweder einscannen oder abfotografieren und das Bild hochladen. Die zweite Voraussetzung ist, dass das Auto oder andere Fahrzeug ausschließlich mit Strom betrieben wird.

THG-Quote verkaufen – wie funktioniert das?

Für die Erstellung der Zertifikate ist das Umweltbundesamt zuständig, während der Verkauf mit Hilfe von Zwischenhändlern stattfindet. Im ersten Schritt registrierst du dich bei einem der Händler, wofür du einige persönliche Daten angibst. Als nächstes stellst du dem Händler eine Kopie des Fahrzeugscheins zur Verfügung, die dieser an das Umweltbundesamt weiterleitet, wo die Angaben geprüft und die Höhe der Quote berechnet wird. Das eingesparte Treibhausgas wird dabei anhand des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines Elektroautos geschätzt, wonach das CO²-Äquivalent als Berechnungsgrundlage für die Quote herangezogen wird. Anschließend übermittelt das Amt das Emissions-Zertifikat an den Händler, der es mit anderen Zertifikaten bündelt und über den Quotenhandel an Treibstoffunternehmen verkauft.

Verkauf der THG-Quote ist jährlich möglich

Als Halter eines E-Autos oder Betreiber einer Fahrzeugflotte hast du jedes Jahr aufs Neue die Möglichkeit, dir deine Prämie für die Einsparung von Treibhausgasen auszahlen zu lassen. Dafür weist du dem Händler einfach erneut nach, dass Du nach wie vor Elektrofahrzeuge nutzt, und bekommst dann den Gegenwert der Zertifikate in Euro ausbezahlt.


FAQ

Warum kann ich die THG-Quote nicht selbst verkaufen?

Es lohnt sich für Mineralölunternehmen nicht, einzelne Zertifikate zu kaufen, da sie größere Mengen benötigen. Zwischenhändler bündeln die Quoten daher und verkaufen sie als Pakete weiter.

Muss ich die THG-Quote jedes Jahr neu beantragen?

Ja, wenn du die Quote weiterhin beziehen willst, ist ein neuer Antrag erforderlich. Wenn du den gleichen Zwischenhändler für den Verkauf Ihrer Quote nutzt, entfällt jedoch die Registrierung, sodass der Vorgang noch einfacher wird.

Sind Plug-in-Hybride auch berechtigt?

Leider nein. Es sind ausschließlich Fahrzeuge berechtigt, die zu 100 Prozent mit Strom angetrieben werden.

Sind Leasing- und Auto-Abo-Fahrzeuge auch THG-Quoten-berechtigt?

Wenn du ein Auto least, kannst du die Prämie erhalten – unter einer Voraussetzung: Du bist als Halter im Fahrzeugschein eingetragen. Hast du hingegen ein Abo für die Benutzung des Fahrzeugs abgeschlossen, ist dieses nicht für die Quote zugelassen.

Ist die THG-Quote steuerfrei?

Die Prämie ist nur dann steuerfrei, wenn du nicht selbstständig bist und den jährlichen Freibetrag der „sonstigen Einkünfte“ nicht überschreitest. Aktuell liegt diese Grenze bei 255,99 Euro. Wenn du Gewerbetreibender bist, zählen die Einnahmen aus dem Verkauf der Quote als Geschäftserlös und müssen bei der Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

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